Netzwerk Praktische Rhetorik
Impressionen

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Aktualisierung: 7.8.2011


Rhetorik mal anders

Am Montag, den 31.01.11 kamen Volker Herrmann (Lehrer am Gymnasium Bad Krozingen und Deutschreferent am RP) und Matthias Weise (Lehrer am Grimmelshausen Gymnasium Offenburg) in den Deutschkurs der 12. Klasse von Frau Rosenberger zu Besuch, um uns die „praktische Rhetorik“ näher zu bringen. Als wir uns wie immer um 7.50 Uhr in der Schule trafen, waren wir alle sehr  neugierig. Wir fragten uns, was uns wohl erwarten würde, denn mit „praktischer Rhetorik“ konnte zuerst einmal niemand wirklich etwas anfangen. Sollten wir wirklich knappe fünf Stunden Gedichte aufsagen oder Stilmittel lernen?

Wir wurden mit dem Eintreffen der zwei Referenten sofort eines Besseren belehrt. Das Netzwerk Praktische Rhetorik, das seit 2001 aktiv ist, will Schülern in kostenlosen Seminaren die Kunst des Präsentierens beibringen. Außerdem gibt es Tipps zur richtigen Redetechnik, mit der man sein Publikum z.B. in einer GFS oder dem mündlichem Abitur  sofort für sich gewinnt. 

Los ging es mit Sprechübungen, die das Ziel hatten, unsere Aussprache zu verbessern. Das war gar nicht mal so leicht, vor allem als wir dann noch mit einem Korken im Mund über den ganzen Schulhof brüllen mussten und wir uns teilweise das Lachen nicht mehr unterdrücken konnten. Auch gelegentliche „Ausrutscher“ bei Zungensprechern, die teilweise nicht ganz jugendfrei waren, führten zu einer super Stimmung, die den ganzen Tag anhielt.

Doch nicht nur Sprechübungen waren für uns vorbereitet. Wir hatten auch die Aufgabe, allein durch Sprache, Mimik und Gestik ein völlig sinnfreies Gedicht „traurig“, „verliebt“, „hoffnungsvoll“ bis hin zu „sauer“ vorzutragen.  Der Rest der Gruppe sollte dann das dargestellte Gefühl erraten.

Dann bekamen wir die Aufgabe, treffende Vergleiche für verschiedene Adjektive zu finden. Es war wirklich erstaunlich, dass in fast allen Fällen unsere Vergleiche nahezu identisch oder zumindest aus demselben Bereich stammten. So folgten z.B. auf „so professionell wie…“ hauptsächlich Namen von Politikern. Ob diese jedoch wirklich professioneller als andere Menschen sind, wage ich zu bezweifeln. Durch die Aufgabe sollte jedoch für uns deutlich werden, dass es in den unterschiedlichsten Bereichen Vergleiche und Metaphern gibt, die für die Mehrheit eines Publikums  allgemein und sofort verständlich sind.

Später sollten wir uns aus verschiedenen Bildern auf dem Tageslichtprojektor eine eigene Geschichte ausdenken und diese mit Bezug auf die Bilder vorstellen. Dabei wurde besonderen Wert auf die Körperhaltung, Mimik, Blickkontakt und eine deutliche Aussprache gelegt. Wirklich kreativ waren die verschiedenen Geschichten, die von der Reise einer Flohfamilie bis hin zur Herstellung des Schweizer Käses reichten.

Auch sog. „Ohröffner“, die für eine gelungene Präsentation unabdingbar sind, wurden fleißig geprobt. Auffällig war hierbei, dass spontane Ideen wirklich meist die Besten sind und dass die Palette an unterschiedlichen Ohröffnern wirklich riesig ist.

Zu guter Letzt musste jeder von uns einen Gegenstand aus einem Sack ziehen und diesen unter Berücksichtigung aller gelernter Aspekte präsentieren. Unter diesen Gegenständen waren unter anderem ein aufblasbares Lichtschwert oder eine Monstermaske.

Alle wurden am Ende kräftig gelobt, denn die Übungen hatten sich eindeutig positiv auf unsere Präsentationstechnik ausgewirkt. Ich bin mir sicher, dass sie uns in Zukunft helfen werden, mit „positiver Stimmung“ in  Präsentationen zu gehen.

Um halb eins war das Seminar zu Ende und wir waren froh, dass wir daran hatten teilnehmen dürfen. In dem Sinne noch einmal vielen Dank an Volker Herrmann und Matthias Weise, sowie unserer Deutschlehrerin Frau Rosenberger, die das alles für uns organisiert hatte.

                                                                                              Kathrin Wahl, 12


 
 

Rhetorik-Training mit einer Klasse 10 an der
Hermann-Hesse-Realschule in Tuttlingen, 4.Juni 2008
 


Impressionen vom Rhetorik-Training
in Gaienhofen und Villingen-Schwenningen 2007